Marokko Teil 1

Ankunft & Mittelmeerküste

Marokko, wir sind da …

Zwei Tage lang konnten wir mal wieder etwas ‚Luxus’ genießen: Eine jederzeit verfügbare und nur von uns genutzte warme Dusche, eine Sitztoilette mit Spülung, täglich frische Bettwäsche, saubere Handtücher und frisch geputzte Zimmer. Das lassen wir jetzt erst einmal wieder hinter uns … aber für neue Abenteuertouren mit unserer Morli tun wir das gerne ;-). Kurz vor Marokko sagen uns erst einmal ein paar süße Delfine guten Tag. Doch wohin soll es zuerst gehen? Nunja, ganz frei sind wir diesmal nicht, denn wir haben Termine einzuhalten. Aber bis zum 12.10, also in zwei Wochen, ist Zeit zum Herumschlendern und Entdecken. Da wir noch nie an der nördlichen Mittelmeerküste waren und auch dem Gerücht folgen wollen, die Wassertemperaturen seien dort wärmer als an der Atlantikküste, entscheiden wir uns, vom Hafer in Tanger aus an der nördlichen Küste entlang Richtung Osten zu fahren.

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Nach der der ersten Nacht am nicht besonders schön gelegen Campingplatz bei Tetouane steht zunächst einmal Großeinkauf auf dem Plan. Es geht zu `Marjane´: Dort gibt es so ziemlich alles, von Kleidung über Lebensmitteln bis zu Kosmetika. Es macht Spaß, dort herumzuschlendern … es gibt viele verschiedene Gewürze und getrocknete Früchte sowie Gemüse – und Obstsorten, die uns völlig fremd sind (z.B. als Limetten getarnte Orangen, die wir versehentlich kaufen) …

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Vollgepackt mit lauter Leckereien und ausgestattet mit marokkanischen Handykarten geht es zunächst zum Strand in Qued Laou, welcher vom Autor unseres Reiseführers als ‚schönster Strand’ genannt wurde. Dort angekommen fragen wir uns, ob das erst gemeint war? Gut, es gibt einen breiten und großen Sandstrand … aber was macht der viele Müll hier? Und wo kommt die Bettenburg her? Ein Ferienappartment ist neben dem anderen verbaut. Bei genauerer Betrachtung fällt uns auf, dass sämtliche Wohnungen leer stehen. Ist das hier so etwas wie eine Geisterstadt? Etwas mulmig ist uns zumute. Zum Glück finden wir am hintersten Ende des Strandes einen einsamen Stellplatz, den wir uns nur mit ein paar sehr niedlichen Straßenhunden und ein paar Fischern teilen. Der erste Sprung ins Wasser: Kühl, aber erfrischend :-).

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Bei einer Entdeckungstour am Strand fallen uns kleine, wie selbst gebastelte Hüttchen auf. Neugierig möchten wir sie erkunden, doch wir werden gleich ermahnt, keine Fotos zu machen. Marokkaner mögen es nicht, fotografiert zu werden. Auch am nächsten Strand, den wir am nächsten Tag anpeilen, erschleicht uns erst einmal ein unangenehmes, unheimliches Gefühl: Tolles Badewetter aber niemand am Strand …

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Da wir mal wieder ein paar Menschen um uns herum haben möchten, soll der nächste Übernachtungsort ein Campingplatz sein. Wir steuern Cala Iris an, da diese Bucht laut unseres Reiseführers wieder als „eines der schönsten Badeorte“ gelobt wird. Diesmal haben wir Glück, sowohl mit der Badebucht als auch mit dem Campingplatz, der wunderschön gelegen ist.

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Wir lernen schon am 1. Tag Louis kennen, der uns frischen Fisch schenkt und zum abendlichen Grillen auf seinem Stellplatz gleich gegenüber einlädt. So eine freundliche Einladung haben wir schon lange nicht mehr bekommen. Wir lassen uns nicht zweimal bitten. Am Abend erfahren wir, dass er aus Melilla kommt, einer spanischen Enklave an der marokkanische Mittelmeerküste. Der Fisch schmeckt toll und wir verbringen einen sehr schönen Abend bei guten Unterhaltung auf einer Mischung aus Italienisch, Spanisch, Französisch und Zeichensprache. Da es so nett war, verbringen wir gleich auch den darauffolgenden Abend zusammen. Louis ist Historiker hat sehr viel zu erzählen … über Politik, Marokko, Revolutionen und alte Unimogs … wir fühlen uns sehr wohl; es ist wie früher als Kinder mit Papa zusammen Abendbrot zu essen und verwöhnt zu werden. Wir machen am nächsten Tag eine Radtour, um die Gegend etwas zu erkunden. Mit Ausnahme des vielen Mülls überall und der vielen Baustellen gefallen uns Landschaft und Natur ganz gut.

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