Marokko Teil 2

Rifgebirge und die ‚blaue Stadt‘

Der Empfehlung unseres neuen Bekannten Louis bezüglich Weiterreise und der anstehenden Inspektion der Morla folgend, soll es weiter nach nach Chefchaouen gehen. Dort gäbe es zum Einen gute und für unseren Mercedes T1 spezialisierte Mechaniker, außerdem sei die Stadt wunderschön. Los geht`s ….

Der Weg von Cala Iris nach Chefchaouen erstreckt sich über 160 km durch das Rifgebirge. Es erwarten uns zuerst 30 km lange Baustellen, und die Fahrtdauer kommt uns vor wie eine Ewigkeit. Weitere 120 km führen durch das berüchtigte Rifgebirge, welches (insbesondere die Gegend um Ketama) für seinen Hasch Anbau bekannt ist. Wir sind sehr erstaunt darüber, wie viel der Agrarfläche hier tatsächlich für den Hanf Anbau genutzt wird (ca. 70000 Hektar). Von Haschplantage zu Haschplantage schlängeln wir uns durch eine wunderschöne Landschaft, den ‚würzigen‘ Geruch immer in der Nase. Zuerst wundern wir uns darüber, dass wir immer wieder angehupt werden … ist etwas mit der Morla nicht in Ordnung? Doch schnell wird klar was los ist: Ob wir Haschisch kaufen wollen? Das werden wir mehrmals gefragt, z.B. mitten während der Fahrt auf der Straße. Oder bei einer kurzen Rast …. von einem Familienvater mit Kindern im Anhang. Irgendwie lästig …. aber auch nicht viel lästiger als die Teppichverkäufer oder Werkstatt-Promoter in anderen Tourie-Ecken Marokkos. Wie wir später beim Nachlesen in unserem Reiseführer erfahren, ist Hanf entweder die einzige oder die lukrativste Einnahmequelle der armen Bergbauern. Die Berberstämme im Rif Gebirge seien schon immer aufsässig gegen den Staat gewesen und dieser würde nichts gegen die Hanfanpflanzer unternehmen, um in diesem Bereich die Ruhe zu sichern. Was auch immer das bedeuten mag …..

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In Chefchaouen angekommen wirkt die Stadt auf den ersten Blick hektisch und wuselig, stellt sich bei näherer Betrachtung dennoch als sehenswert heraus. Die blau-weißen Häuser und kleine Gässchen erinnern an Dörfer, wie man sie in Andalusien findet. Dies soll sich durch den großen Einwanderzustrom der aus Spanien ausgewiesenen Muslime und Juden nach der Rückeroberung Spaniens durch die katholischen Könige begründen. Wir bekommen abends Lust, einen schönen Wein zu trinken. Doch woher nehmen? In Marokko ist es sehr schwierig, an alkoholische Getränke heran zu kommen. Es gibt quasi ‚geheime‘ Shops, von deren Existenz man nur erfährt, wenn man Leute auf der Straße anspricht – doch bloß nicht die Falschen … Fettnäpfchengefahr! Da wir uns nach der anstrengenden Tour durch die laute und wuselige Stadt nicht besonders kommunikativ fühlen, lassen wir es lieber sein. Ein schöner frischer Pfefferminztee, gesüßt mit ordentlich Zucker, so wie man ihn hier trinkt, tut es auch …..

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