Marokko Teil 3

Morli muss zum Doktor

In den folgenden Tagen steht das Thema ‚Morla Reperatur’ auf dem Programm. Die Motivation hierzu ergibt sich zum einen aus dem ‚nagelnden‘ Geräusch bei längeren Fahrten auf der Autobahn, welches wir nicht zuordnen können und uns besorgt. Zum Anderen kommen uns die marokkanischen Preise für Ersatzteile sowie Mechaniker-Kosten sehr entgegen.

Die Morla verschluckt nämlich, seitdem wir sie vor 3.5 Jahren gekauft haben unentwegt unser mühsam erarbeitetes Geld. In Deutschland würde man z.B. um unsere 4 Blattfedern (welche inzwischen völlig ausgeleiert sind und sich schon anfangen, in die entgegengesetzte Richtung zu biegen) zu erneuern, ca. 300-600 Euro hinblättern. Hier in Marokko haben wir letztlich ‚nur‘ 180€ bezahlt. Mechaniker kosten hier zwischen 6 und 12 € pro Stunde. Auf Empfehlung unseres Campingplatz-Managers wenden wir uns an eine Werkstatt am Stadtrand von Chefaouen. Unter einer Autowerkstatt in Marokko muss man sich einen Stellplatz am Straßenrand vorstellen, hinter dem sich ein kleiner, weder als Werkstatt gekennzeichneter noch sonst in irgend einer Weise beschrifteter ‚Laden‘ befindet. Man parkt das Auto am Straßenrand und sofort fangen 3-5 Mechaniker an, herum zu schrauben. Die Ersatzteile muss man sich dann, parallel dazu, selbst besorgen, bevor sie von den lustig herumflachsenden Mechanikern eingebaut werden. Immer wieder kommen Leute vorbei, die entweder einen Plausch mit den Mechanikern halten oder auch mal in die Motorhaube hinein schauen … Am Straßenrand gegenüber nimmt ein Huhn ein Staubbad … Um die Ecke macht es sich ein Pferd vor dem Häuserblock gemütlich … Das ganze Szenario wirkt irgendwie lustig und schräg zugleich.

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Gegen Abend fahren wir zusammen mit dem Chef-Mechaniker noch zu einer anderen Werkstatt im Nachbardorf, um die Blattfedern zu erneuern (Spannen und eine neue Lage hinzufügen). Er fragt irgendwann, ob wir Hunger haben und lädt uns ein, in sein Stammrestaurant mit zu kommen. Das Ziel ist eine am Straßenrand aufgestellte Bude mit zwei Holztischen, vor der ein alter, verrosteter Grill steht. Aha, ein Restaurant also. Es gibg zusammen gegrillten Fisch und eine leckere, noch nie zuvor probierte Paste aus weißen Bohnen, in welche das Brot getunkt werden soll. Super lecker! Die Konversation mit dem Mechniker erfolgt zum Teil auf Französich, Englisch und via Zeichensprache … denn die Übersetzungs-App, die wir uns eigens für unsere Weltreise herunter geladen hatten, taugt überhaupt nichts. Irgendwann spät in der Nacht können wir mit neu eingebauten Blattfedern und einer 5cm höher gelegen Morli dann von Dannen ziehen.

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Nach diesem schrägen und anstrengenden Tag müssen wir am darauffolgenden Tag leider nochmals in eine andere Werkstatt in Kenitra, da es dort die benötigten neuen Einspritzdüsen gibt. Mit dem Mechaniker dort sind wir so gar nicht zufrieden: Er versucht uns abzuzocken und verschmiert zum Schluss auch noch den ganzen Vorderraum der Morla mit ekligem Kleber. Wäh! Doch erst mal ist es nun endlich geschafft und es kann weiter gehen: Auf geht es in Richtung Süden …

P.S.: Die Morla  hat in Chefchaouen die 250.000 km – Marke erreicht … Happy Kilometer Day, liebe Morli!

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