Sardinien Teil 5

Vom Süden wieder nach Norden

25. September: Unser Sardinien-Trip neigt sich langsam dem Ende zu und wir machen uns langsam auf den Rückweg Richtung Norden. Das Wetter ist zur Abwechslung mal wolkig und grau, genau richtig um einen Ausflug zur Hochebene Giara di Gesturi zu machen. Mit den Fahrräder erkunden wir das sehr schöne Naturreservat, das auf der wasserundurchlässigen Basalthochfläche, 550 m über dem Meeresspiegel, durch vulkanische Eruptionen entstanden ist. Wir entdecken dort eine zutrauliche Gottesanbeterin, halb wilde Pferde, Ziegen, Schafe, Kühe, rote Libellen, Schlangen und unzählige Korkeichen. Die Landschaft dort würde eine tolle Kulisse für Phantasyfilme wie ‚the Hobbit‘ abgeben, vor allem auch wegen der vielen kleinen Steinhäuschen bzw. Höhlen (‚Sa Bovidas‘). Wilde Minze gibt es gratis auch dazu.

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Als krönenden Abschluss des Tages fahren wir abends noch zu den Thermen von  Fordongianus. Dort gibt es natürliche heiße Thermalquellen, die in den Fluss Tirso münden. Wir stürzen uns sofort in das sprudelnd heiße Wasser. Mit einem Glas Wein dazu und dem Sternenhimmel über uns … Romantik pur! Später lernen wir Patrick aus Südtirol kennen und quatschen uns fest – über Festivals, Camper, Gott und die Welt, … bis spät in die Nacht hinein. Dabei merken wir gar nicht, wie das Wasser im Fluss langsam ansteigt und klammheimlich Mägdies Flipflops davon spült … „Byebye Flipflops!“

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Am nächsten Tag besuchen wir die Eltern eines Freundes in Seneghe, einem kleinen Dorf, schön gelegen am Hang eines Berges in der Nähe von Oristano. Der Vater hilft uns, die bereits am ersten Tag auf der Insel vom Wind zerstörte Markise zu reparieren. Wir hatten hierfür extra Ersatzteile aus Deutschland nach Seneghe liefern lassen … Was für ein Aufwand! Parallel dazu werden wir gemästet: Erster Gang: Gehäufter Teller Gnocchetti Sardi mit Bolognese. Zweiter Gang: Fleisch mit Salat. Dritter Gang: Käse und Obst. Wir fühlen uns direkt wie zu Hause bei Muttern :-).

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Trotz charmanter Überredungskünste erhalten wir später am Tag eine endgültige Abfuhr seitens der Veranstalter von ‚Sa Terza Metari‘ bezüglich der Option, am Festival teilzunehmen, was uns sehr enttäuscht. Also entscheiden wir uns, so schnell wie möglich nach Marokko zu fahren. Auf dem Weg nach Porto Torres fahren wir entlang der Westküste wieder nach Norden; dieses Mal nehmen wir den schönen Küstenabschnitt zwischen Bosa und Alghero mit.

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Als Übernachtungsort wählen wir wieder unseren geliebten Stellplatz in Porto Palmas, an dem sich inzwischen kaum noch ein Camper aufhält und wir so ganz für uns alleine sind. Warum dies so ist, erfahren wir am nächsten Tag um 8 Uhr in der Früh, als ein Bauer uns mit zornigem Klopfen weckt und auffordert, von dort zu verschwinden. Es sei zu viel Verschmutzung durch Camper entstanden und von daher seien wir nun unerwünscht. Noch eine weitere Enttäuschung … 🙁

Als Ausgleich dafür entdecken wir später einen wunderschönen langen Dünenstrand  ‚Le Saline‘ kurz vor Stintino, bei dem wir auch übernachten können. Weiße, kleine Sandkörner aus Quarz – ähnlich dem ‚Reiskornstrand‘ Mari Ermi – lassen das Meer türkisblau leuchten und verleihen der Landschaft einen Touch von Karibik. Am Ende des Strandes ist es schön einsam, so dass wir wieder nackt baden können … Herrlich!

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Nachdem wir am Freitag, den 28. September ausgiebig gebadet und noch die letzten Sachen eingekauft und erledigt haben, gönnen wir uns zum Abschluss eine Pizza in Porto Torres … „Bye Bye Sardinien!“ Am Samstag, den 29. September geht es dann weiter; zunächst mit der Fähre nach Barcelona, dann am nächsten Tag weiter mit der Fähre nach Tanger (Marokko). Die Fahrt mit der Fähre erweist sich als überraschend angenehm; das leichte Schaukeln des Schiffs fühlt sich selbst für die zur Seekrankheit neigende Mägdie an, wie als Baby in den Schlaf gewogen zu werden und so kommen wir übermäßig ausgeschlafen und erholt in Tanger an. „Hallo Marokko und auf zu neuen Abenteuern!“

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