Westafrikas Cashew Baume

Ein Riesenpotenzial wird wenig genutzt

Überall in Senegal und Gambia treffen wir diese großen, sattgrünen Bäume an. Es sind Cashewbäume, von denen später die beliebten Cashewnüsse geerntet werden können.

Überall und in einer Vielzahl stehen sie da. In dem Zeitraum, in dem wir gerade hier in Westafrika sind, fangen sie gerade an zu blühen. Wie wir später erfahren, ist der Weg zur essbaren Nuss aber ziemlich arbeitsintensiv und kompliziert noch dazu. Denn im rohem Zustand, wie sie dann als Cashewfrucht am Baum hängt, ist sie giftig. Denn die Schale der Nuss enthält das toxische Öl Cardol, was bei Hautkontakt schwere Verätzungen verursachen kann.

Die Frucht, welche letztlich den Cashewkern enthält hängt an einem fleischig verdicktem Fruchtstiel herab. Dieser ‚Cashewapfel’ aber ist eine verzerbahre Scheinfrucht, denn sie hat keine Samen und ist somit nicht die eigentliche fortpflanzungsfähige Frucht des Cashewbaumes. Der Cashewapfel kann entweder gelblich oder rötlich gefärbt sein, schmeckt durchaus gut und kann zu Cashew-Saft, Marmelade, Schnaps etc. verarbeitet werden – ist aber leider nicht lange haltbar und deswegen nicht für den Verkauf über die ‚üblichen Kanäle’ geeignet, da er die Ladentheken nicht rechtzeitig erreichen würde.

Um die Nuss zu ernten gibt es nun mehrere Schritte zu bewältigen: Wie ich von Yayas Kinder erfahren habe, oder besser beobachten konnte (als diese mir Cashewnüsse vorbereitet haben, als ich krank war und dazu verdonnert, mich nicht von Camp zu bewegen), werden die Nüsse erst einmal im Feuer geröstet, damit das schädliche Öl in der Schale verdampft bzw. verbrannt wird. Dieser Schritt wird zum Teil in der Industrie mit einem heiße Ölbad durchgeführt, nämlich, um das Schalenöl zu gewinnen, was industriell gefragt ist. Wenn das Öl dann unschädlich gemacht wurde bzw. oder abgezogen wurde, muss die Nuss dann manuell geknackt bzw. gespalten werden, danach getrocknet und von der sehr dünnen Haut befreit werden, bevor sie in den Marktkreislauf gelangen kann.

Zubereitet wie von den Kinder Yayas, heiß auf dem Feuer geröstet und anschließend noch warm geschält schmeckten sie und hatten eine ähnliche Konsistenz wie heiße Maroni. Super lecker!

Leider werden die meisten Früchte nicht wirklich verarbeitet, denn es gibt zu viele Bäume; und die Verarbeitung ist so arbeitsintensiv, dass das Meiste hier nur für den häuslichen Gebrauch und den kleinen Handel verarbeitet wird.

Ein Teil der Nüsse wird wohl auch nach Indien oder in andere asiatische Länder verschifft, um dort weiter verarbeitet zu werden.

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