Marokko Teil 5

Atlantikküste, Imsouane, Agadir

Als nächstes soll es weiter Richtung Imsouane gehen. Auf dem Weg dorthin entdecken wir einsame Strände, an denen marokkanische Kühe ‚chillen’ und hübsche Dörfer zwischen Arganfeldern. Immer wieder begegnen uns Ziegen- und Schafsherden samt ihrer Hirten. Manche Ziegen stellen sich als echte Kletterprofis heraus beim ‚Herumkraxeln’ auf den Arganbäumen. Sie ernähren sich nämlich von den Blättern und knabbern das Äußere der Nüsse ab. 

Imsouane wurde uns zuvor immer wieder als ‚schöner, cooler Surferort’ empfohlen und unsere Erwartungen werden tatsächlich nicht enttäuscht: Wir finden ein hübsch gelegenes Fischerdörfchen vor, mit kleinen, idyllischen Buchten zwischen scharfen Felsen und Sanduntergrund. An einer Bucht gibt es sogar die ‚längste Welle Marokkos’, an der Surfunterricht stattfindet. Beim Zuschauen bekommen wir fast Lust, mitzumachen. Auch der Campingplatz ist schön auf einem Hügel gelegen … Meerblick vom Campingbus-Fenster aus inclusive.

Da Mägdi der Pony schon in die Augen hinein wächst und wir beim Schlendern zwischen den mit Reggae-Musik beschallten Surfershops und Bars einen Friseurladen entdecken, der von außen irgendwie an einen ‚Szene-Laden’ in Berlin erinnert, bekommen wir die Idee, uns die Haare schneiden zu lassen. Beim Betreten des Friseurladens hätte uns eigentlich die ausgestellte ‚Friseurschere’ schon stutzig machen sollen: Sie erinnert an eine Art Kinderschere zum Basteln. Doch blauäugig bzw. arglos wie wir manchmal sind, denken wir uns nichts dabei und stehen die Haarschneide-Prozedur eisern durch. Der Schock folgt auf dem Fuße: Mägdis Pony ist nicht nur schief und krumm geworden, sondern auch noch viel zu kurz. Er sieht aus wie selbst geschnitten. Mit einer stumpfen Nagelschere. Bei Kerzenlicht. Nachts um 3:45h bei 2 Promille. Beim Blick in den Spiegel muss Mägdi irgendwie immer an Martin Luther denken …. oder an Kaiser Philip den Ersten (siehe Bild unten). Dann ist in nächster Zeit also Hut tragen angesagt. Wenigstens Tonis Haarschnitt ist gut geworden. Bezahlt haben wir nur 2 € … die wir im Nachhinein aber gerne gespaart hätten.

Da es in den letzten Tagen sehr windig gewesen ist und wir dadurch kaum baden konnten wollen wir nochmal einen paar Strandtage einlegen. Wir fahren weiter an der Atlantikküste entlang Richtung Agadir. Je weiter es nach Süden geht, desto einsamer wird es. Stundenlang geht es durch wüstenhafte Landschaften von einem Strand zum nächsten. Auf halber Strecke können wir an einem dieser ‚Traumstrände’ ein gemütliches Picknick abhalten und die Einsamkeit genießen. Als Übernachtungsort wählen wir den Campingplatz ‚Terre d‘ Ocean‘ bei Taghazout aus, den wir im Februar 2016 schon einmal besucht hatten. Im Gegensatz zu damals ist er jetzt menschenleer und wir können uns nach Belieben ausbreiten – sehr schön. 

Um am nächsten Tag zum Strand in Agadir zu gelangen müssen wir uns zunächst durch die dicht befahrene Stadt schieben. Wir bleiben an gefühlt 280 Ampeln stehen und atmen tonnenweise stinkende Abgasen ein, bis wir endlich an der Strandpromenade ankommen. Irgendwie fühlt es sich fast an, wie in Berlin zu sein und an den Wannsee zu fahren … Autos, Abgase, Geschäfte, nochmals Geschäfte, Ampeln, Baustellen … und dann ein überfüllter Strand. Dafür können wir endlich wieder ausgiebig baden: Da Agadir an Marokkos windarmen Teil des Atlantiks liegt, sind Luft- und Wassertemperatur sowie Wellengang stets angenehm. 

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